fleiß—eifriges und unermüdliches Bemühen, ein gestecktes Ziel zu erreichen
Ausgehend vom althochdeutschen flīʒ ‚Übereifer, Kampf, Anspannung des Körpers‘ entstehen die mittelhochdeutschen Formen vlīʒ und vlieʒ ‚Eifer, Sorgfalt‘. Auch das altsächsische flīt, das mittelniederländische und niederländische vlijt ^(→ nl) sowie das altenglische flīt ^(→ ang) und das altfriesische flīt gehören hierher. Fleiß und seine Vorformen stellen sich als Abstrakta zum westgermanischen starken Verb *fleit-a- ‚wetteifern‘ dar. Außerhalb des Germanischen ergeben sich keine Anschlussmöglichkeiten, die überzeugend wären. Die Bedeutung des Wortes hat eine Eingrenzung erfahren: Im Alt- und Mittelhochdeutschen benutzte man das Wort umfassender (‚Eifer, Anstrengung, Sorgfalt‘) als heute (‚eifriges Arbeiten‘). Der ursprüngliche weite Sinn hat sich lediglich in der Redewendung mit Fleiß erhalten, die für ‚absichtlich, vorsätzlich‘ steht.