leute—eine Gruppe von Personen, Menschen meist unbestimmter, aber auch bestimmter Anzahl
bezeugt im Mittelhochdeutschen liute, das seinerseits dem Althochdeutschen liut(i) entstammt, welches wiederum der (nicht belegbaren, aber rekonstruierten) germanischen Form *leudi- „dingberechtigtes Mitglied eines Volksverbandes; (im Plural) Volk“ entspringt; diese, so wird vermutet, geht vielleicht auf die (ebenfalls nicht belegbare aber rekonstruierte) indogermanische Form *(e)leu-dʰ- „wachsen“ zurück; außerdem ist es bezeugt im Westgotischen leudes „Leute“, im Burgundischen leudis „Gemeinfreier“, in den altfranzösischen Formen liōde und liūde „Volk“, im Altnordischen ljóđr „Volk“ sowie lýđr „Leute“, im Altsächsischen liud(i), im Altenglischen lēod(a) „Edler, Bewohner eines Gebietes beziehungsweise Landes“ sowie lēod „Leute, Volk“, in der ro-Bildung mit der Bedeutung „frei“ des Griechischen ἐλεύθερος (eleutheros^☆) ^(→ grc) „freier Mann“ und im Lateinischen līber ^(→ la); ferner lassen sich außergermanisch etymologische Verwandtschaften im Altkirchenslawischen людъ (ljudŭ) ^(→ cu) „Volk“ sowie людиє (ljudije) ^(→ cu) „Leute“, im Litauischen liáudis „(niederes, gewöhnliches) Volk“ und im Lettischen ļàudis „Leute“ nachweisen