enkel—Enkel ist das Kind des eigenen Kindes; ein Großelternteil hat einen Enkel oder eine Enkelin.
Bei dem Wort handelt es sich um ein seit dem 12. Jahrhundert belegtes Erbwort, dessen althochdeutsche Existenz jedoch erst in einer Handschrift aus dem 13. Jahrhundert bezeugt ist, in der das althochdeutsche Wort eniklīn ^(→ goh) n erwähnt wird. Dessen mittelhochdeutsche Formen lauteten eninkel ^(→ gmh), enenkel ^(→ gmh) und dessen spätmittelhochdeutsche eninklīn ^(→ gmh), eniklīn ^(→ gmh), enichlin ^(→ gmh). Die bezeugte althochdeutsche Form stellt eine Diminutivform zu ano ^(→ goh) ‚Ahn, Vorfahre; Großvater‘ (siehe »Ahn«) dar, die durch das westgermanische Diminutivsuffix -(n)kl-, das im Althochdeutschen stets zusammen mit dem ebenfalls diminutivem Suffix -ī(n) vorkommt, gebildet wurde. Offenbar wurde bei den Germanen wie bei anderen indoeuropäischen Völkern die Bindung zur übernächsten Generation als besonders stark angesehen, was oft auch in der Namengebung zum Ausdruck kam. Vergleichbare Ableitungen außerhalb des Germanischen sind lateinisch avunculus ^(→ la) ‚Onkel’ von lateinisch avus ^(→ la) ‚Großvater; Ahn’ (verwandt mit »Oheim«) und wahrscheinlich auch altslawisch/altrussisch vъnukъ (vŭnukŭ) ^(→ cu) (vergleiche russisch внук (vnuk^☆) ^(→ ru) ‚Enkel‘), das sich von der (nicht belegten, aber rekonstruierten) urslawischen Form *ъn-, wohl einer Ablautstufe der (nicht belegten, aber rekonstruierten) indoeuropäischen Wurzel *an- ‚Vorfahre‘ (siehe »Ahn«), herleitet.