[ˈaɪ̯mɐ]
Herkunft[1] Bei dem Wort handelt es sich um ein seit dem 8. Jahrhundert bezeugtes Lehnwort aus dem Lateinischen, dessen althochdeutsche Formen unter anderem eimbar ^(→ goh) m / n, eimbari ^(→ goh) n, eimbri ^(→ goh) n, eimbarī ^(→ goh) n, eimbarīn ^(→ goh) n, einber ^(→ goh) lauteten und im Mittelhochdeutschen unter anderem die Formen einber ^(→ gmh), eimber ^(→ gmh), eimer ^(→ gmh) ergaben. Das aus der althochdeutschen, für das 9. Jahrhundert bezeugten Ableitung ampri ^(→ goh) zu erschließende *ambar sowie altenglisch amber ^(→ ang), āmber ^(→ ang), ōmbor ^(→ ang) m / n(?) sind Entlehnungen aus dem lateinischen ampora ^(→ la), einer Nebenform von amphora ^(→ la) f ‚(Ton-)Gefäß mit zwei Henkeln‘, das seinerseits dem griechischen ἀμφορεύς (amphoreus^☆) ^(→ grc) entstammt, welches wiederum durch Haplologie aus ebenfalls belegtem ἀμφιφορεύς (amphiphoreus^☆) ^(→ grc) ‚Doppelträger (zweihenkliger konischer Krug)‘ entstanden ist (siehe »Ampel«). Offenbar wurde die Funktion dieses Gefäßes dann durch einen (Holz-)Kübel mit nur einem Henkel übernommen, worauf das Wort volksetymologisch umgedeutet wurde zu althochdeutschem eim-bar ^(→ goh) ‚Ein-Trage‘, das an das althochdeutsche Zahlwort ein ^(→ goh) ‚eins‘ und einer möglichen Ableitung zu dem Verb beran ^(→ goh) ‚tragen‘ (siehe »gebären«) angelehnt wurde. »Eimer« wurde damit zum Gegenwort zu »Zuber«.
- hohes, rundes Gefäß, zumeist in Form eines Zylinders oder Kegelstumpfes, das mit einem beweglichen Henkel versehen ist und zur Aufbewahrung und/oder zum Transport, besonders von Flüssigkeiten, dient
“Gieß bitte mal das Wasser aus dem Eimer.”
“„Den ganzen Abend kloppten sie die Beulen aus den Eimern, schmirgelten mit feinem Sand die braunen Rostflecken weg.“”
“„In fünf kleinen Eimern befinden sich fünf Objekte.[…]Die beiden gehen dann zu den fünf Eimern und suchen den toma.[…]In der Bedingung ohne Suche geht die Versuchsleiterin sofort zum Eimer mit dem Tom”
- outdatedVolumenmaß für Flüssigkeiten von unterschiedlicher Größe, das zumeist als Schankmaß vor allem für Wein verwendet wurde
“Das Volumenmaß Eimer unterlag regionalen Schwankungen.”
“„[…], so will ich euch bitten, mir das Häusgen drunten im Dorf zu räumen, das schon eine gute Weil leer steht, und da wollt ich mir ein Eimer zwanzig Wein einlegen, und wirthschaften in meinen alten T”
- eine der Vorrichtungen zum Schürfen (Schürfkübel), die sich an einem Eimerbagger befindet
“„Kreischend und quietschend graben die Eimer des Baggers an der geführten Baggerkette die Massen ab, lautlos, fast gespenstisch wandert das Gigantenwerk auf gut verlagertem, starkem Gleis die Länge de”
- Filzhut oder eine ähnliche Kopfbedeckung, der senkrecht über den Kopf gestülpt ist
- Stiefel
- Bierkrug, der einen Liter fasst
- kelchartiges Trinkgefäß mit Fuß (und Deckel); 0,5-Liter-Glas
- Aborttrichter; Abort
- dumme, einfältige (bisweilen auch sonderliche) Person
“„Erst mal ’ne Oma haben, du Eimer!“”
“„Nee, du Eimer, ich mein’ das Salz in der Werra.“”
“„Bis eben jene Evi ihn fragte: ‚Sachma, du Eimer, willze mich verarschen oder meinze dat jetz ernst?‘.“”
- hässliches Mädchen
- Unternehmung oder dergleichen, die (unerwarteterweise) enttäuschend, negativ, schlecht ausgeht
- archaicfeine, leicht verfliegende Asche, die noch glüht
- deutscher Familienname
“Der Eimer aus dem Nachbarhaus hat schon wieder auf dem Balkon gegrillt.”
“Die neuen Mieter, diese Eimers, sind nicht sehr hilfsbereit.”
“Die kleine Eimer ist vielleicht ein Frechdachs!”
FormenEimer(nominative, singular) · Eimer(nominative, plural) · Eimers(genitive, singular) · Eimer(genitive, plural) · Eimer(dative, singular) · Eimern(dative, plural) · Eimer(accusative, singular) · Eimer(accusative, plural) · Eimeren(nominative, plural) · Eimer(genitive, singular) · Eimeren(genitive, plural) · Eimeren(dative, plural) · Eimeren(accusative, plural) · Agimar(variant) · Ehmer(variant) · Eim(variant) · Eime(variant) · Eimecke(variant) · Eimen(variant) · Eimers(variant)
Quelle: Wiktionary