[ˈfeːdɐ]
HerkunftEs handelt sich um ein Erbwort, das über die mittelhochdeutschen Formen veder ^(→ gmh) / vëder ^(→ gmh) und vedere ^(→ gmh) / vëdere ^(→ gmh) (vergleiche mittelniederdeutsches vēder ^(→ gml) und vēdere ^(→ gml), mittelniederländisches vēder ^(→ dum) und vēdere ^(→ dum), altfriesisches fethere ^(→ ofs)) auf das seit dem 10. Jahrhundert eigenständig und seit dem 8. Jahrhundert als Grundwort (slegifedara ^(→ goh)) bezeugte althochdeutsche fedara ^(→ goh) (vergleiche altsächsisches feðara ^(→ osx) und feðera ^(→ osx), altenglisches feðer ^(→ ang) / fæðer ^(→ ang) und feþer ^(→ ang) sowie altnordisches fjǫðr ^(→ non)) zurückgeht. All diese Formen entstammen der (erschlossenen) germanischen Form *fed(u)rō (*feþrō) f ‚Feder‘, einer Zugehörigkeitsbildung zur (erschlossenen) indoeuropäischen Form *petor/n- ‚Flügel‘, die ihrerseits auf die (erschlossene) indoeuropäische Wurzel *pet(ə)- ‚auf etwas los- oder niederstürzen; hinschießen; fliegen; fallen‘ beruht.
- aus der Haut von Vögeln wachsendes, aus Keratin bestehendes Gebilde mit einer Art hornigem Stiel (dem sogenannten »Kiel«), von dem aus sich feine rippen- oder fadenartige Verästelungen (die sogenannte »Fahne«) abzweigen, und die Gesamtheit dieser Gebilde das Gefieder bildet
“„Du häßlicher Vogel, wirst du einst” — Und hacke dir ab die Krallen.“
“„Zugleich sträubten sich auch die Federn des Papageis.“”
“„Denn während man 1840 im Jahr nur 1000 Kilo Federn aus Südafrika ausführte, waren es 1910 schon 370 000 Kilo geworden. Man rupft den Hähnen die Federn nicht aus, sondern schneidet sie dicht über der ”
- früher aus dem Kiel von 1 gefertigtes Gerät zum Schreiben und Zeichnen
“„Ich flirrte jeden Augenblick zur Thür hinaus, aus Angſt, der Schulmeiſter möge aufwachen, draußen machte ich meinen Reim und ſchlich wieder auf den Zehen herbei, um ihn mit einer einſeitigen Feder, d”
“„Er empfing mich in einem großen Zimmer, wo er gerade schrieb; eine Minute später legte er seine Feder nieder.“”
“„In der Vorrede erklärt Sade, daß die historische Gewissenhaftigkeit ihm die Feder geführt hat.“”
- (zumeist elastisches, metallenes) spitz zulaufendes Plättchen zum Einsetzen in einen Federhalter, das dem Schreiben (mit Tinte) und dem Zeichnen (mit Tusche) dient; auch diese Art von Plättchen an einem Füller
“„Er tauchte die Feder in das Tintenfass, in dem so viele Fliegenleichen herumschwammen, […].“”
“„Mit der verbogenen und verroſteten Feder war nicht zu ſchreiben, […].“”
“„Die altmodische Feder kratzt, verhakt sich im Papier; es gibt einen kleinen Tintenspritzer.“”
- Federhalter samt dem unter 3 beschriebenen Plättchen
“„Und dann folgte die mit der Feder gezogene und übrigens in geringen Schwankungen verlaufende Wärmekurve nebſt ziffernmäßigen Angaben über die Häufigkeit von Bauſchans Puls.“”
“„In den andern Schubladen, wenn ich die einmal aufzog oder eher noch hineinspähte, wenn der Vater es tat, waren Federn, Tuschefläschchen, Papiere, Heftklammern, Briefumschläge, Marken, Radiergummis.“”
- Schreibgerät mit einem kleinen Behälter für Tinte, der das Schreiben über einen längeren Zeitraum ermöglicht
“„Mit einer Füllfeder sei nun einmal ein besonders schönes Schriftbild zu erzielen. Manche Kinder würden allerdings von sich aus viel zu früh einfordern, mit der Feder schreiben zu dürfen.“”
- Art und Weise des schriftlichen Ausdrucks, Stils
“„Es gab Leute, die mit lockerer Feder ihre höchst liberalen Ansichten kundtaten.“”
“„Unsere Werkzeuge waren die Sprache, die Feder, das Hirn.“”
- (zumeist spiraliges oder blattförmiges) Bauteil, das durch elastische Verformung mechanische Energie speichert und wieder abgibt, indem es Druck oder Zug, Biegung oder Dehnung aushält und abfängt oder ausübt
“Mechanische Uhren haben eine Feder, die man spannt, wenn man die Uhr aufzieht.”
“„Ein kleiner Kutschwagen, wacklig und alt, zockelte langsam das Ufer des Gave bis zum Felsen von Massabielle entlang und blieb dort wie ein Kinderspielzeug, dessen Feder plötzlich abgeschnurrt ist, am”
“„Zu unserer Hauptvorstellung kommen Onkel Ernst und Tante Magy über die verschneiten Felder. Diesmal ohne Grammophon, die Feder des Apparates ist geplatzt.“”
- special(dünne) Leiste, die an einem (dickeren) Brett übersteht oder angefügt wird, um in eine rinnenartige Vertiefung (der sogenannten »Nut«) eines anderen Brettes zur Schaffung einer Verbindung eingepasst zu werden
“Es war nicht besonders schwierig, den Bauteil mit der Feder in die entsprechende Nut des benachbarten Bauteils einzufügen.”
- specialin rinnenartige Vertiefungen zweier benachbarter Bretter hineinschiebbare Leiste
“Es war langwierig, eine Feder zu fräsen, die exakt in die Nuten der zu verbindenden Bauteile eingefügt werden konnte.”
- am Rückgrat von Wildschweinen befindliche Borste
“„Die langen Federn auf dem Rücken zeigten eine breite Lücke, denn dort hatte ihn [den Basse] eine Kugel gefaßt; […].“”
- am Rückgrat des Schalenwildes befindliche abstehende Wirbelknochen; auch die Rippe oder (beim Zerlegen) das Rippenstück selbst
“Die Kugel passierte zwischen zwei Federn des Rothirsches und schlug dann in einen Baum ein.”
- Schwanz des Hasen
“Es gibt weltweit verschiedene Arten von Hasen und Kaninchen, aber im Allgemeinen haben sie alle einen kleinen, buschigen Schwanz, auch Blume oder Feder genannt.”
- eine Art Spieß zum Töten des Schalenwildes
“Heutzutage wird die Feder (auch Saufeder genannt) vornehmlich bei Drückjagden benutzt.”
- keilförmiges Werkzeug aus Eisen, das in große Wände getrieben wird
“Früher wurden Federn im Abbau zerklüfteter Bereiche in sehr schmale Risse und Spalten getrieben.”
- einer der Holzspäne, die an einem speziellen Holzscheit (dem sogenannten »Bart«) abgehoben wurden, der beim Feuermachen ganz nach unten gelegt wird und so als eine Art Zunder dient
“Um ein Feuer zu machen, brauchte der Bergmann zwei bis drei Handvoll feiner Späne, die er Federn nannte.”
- Bergmann, der nur eine theoretische Ausbildung durchlaufen hat, insbesondere ein mit Schreibarbeiten betrauter Bergbeamter
“Zu dieser Zeit war er Feder, ein Bergbeamter, der sich in die Praxis des Bergbauwesens noch nicht eingearbeitet hat.”
- colloquialmännliches Geschlechtsorgan
“Ich habe keine Ahnung, warum die Österreicher den Penis Feder umgangssprachlich nennen. Vielleicht weil Feder auch „Schwanz“ bedeuten kann?”
- deutschsprachiger Nachname, Familienname
“Frau Feder ist ein Genie im Verkauf.”
“Herr Feder wollte uns kein Interview geben.”
“Die Feders fliegen heute nach La Paz.”
- active, form-of, imperative, present, singular2. Person Singular Imperativ Präsens Aktiv des Verbs federn
- active, form-of, indicative, present, singular1. Person Singular Indikativ Präsens Aktiv des Verbs federn
FormenFeder(nominative, singular) · Federn(nominative, plural) · Feder(genitive, singular) · Federn(genitive, plural) · Feder(dative, singular) · Federn(dative, plural) · Feder(accusative, singular) · Federn(accusative, plural) · F.(abbreviation) · Federer(variant) · Federmann(variant) · Federle(variant) · Feeder(variant) · der Feder(nominative, singular, masculine) · Feder(nominative, singular, masculine) · die Feder(nominative, singular, feminine) · Feder(nominative, singular, feminine) · die Feders(nominative, plural) · die Feder(nominative, plural) · des Feder(genitive, singular, masculine)