[ˈleːzn̩]
HerkunftIm 8. Jahrhundert existierte das althochdeutsche Verb lesan, aus dem sich das mittelhochdeutsche lesen entwickelte, was für aufheben, ordnend sammeln, sich versammeln, wahrnehmen, erblicken, vorlesen, die Messe lesen und erzählen stand. Die im Germanischen vorherrschende Bedeutung der Wortfamilie, der lesen angehört, ist die des Auflesens und Sammelns. Im Deutschen tritt hierzu noch die Bedeutung des Lesens von Geschriebenem hinzu, was wohl mit dem Einfluss des lateinischen Verbs legere ^(→ la) zu begründen ist.
- transitiveSchriftzeichen, Worte und Texte (mithilfe der Augen) wahrnehmen sowie (im Gehirn) verarbeiten und verstehen, sowie dies gegebenenfalls laut vorlesen
“Bevor ich schlafe, muss ich immer ein paar Seiten aus einem guten Buch lesen.”
“Wer heute nicht lesen und schreiben kann, hat keinerlei berufliche Aussichten.”
- transitiveDinge auswählen, um sie danach aufzusammeln und zusammenzutragen
“Wir lesen den Wein mit vielen Helfern.”
- transitiveDinge in die Hand nehmen, um Schlechtes/Falsches (schlechte/falsche Früchte und Ähnliches) auszusortieren
“Aschenputtel musste Linsen lesen.”
“Er nahm all die Korallen in seine linke Hand und begann, sie sorgfältig zu lesen.”
- transitiveeinen Lehrvortrag (Vorlesung) halten
“Professor Klein las über „Das Verhalten der Goten mit Schuhgröße 45“ und übersah, dass alle Studenten eingeschlafen waren.”
“Wer liest eigentlich dieses Semester Statistik?”
- transitiveaufgezeichnete Daten von einem Träger aufnehmen
“Mein Rechner kann die Daten auf der CD nicht lesen.”
- Handlung einer Person, einen schriftlich verfassten Text gedanklich aufzunehmen
“„Mich fasziniert zum Beispiel, dass wir lesen können, obwohl die Evolution unser Hirn nicht darauf hingetrimmt hat; das Lesen ist erst vor etwa 5000 Jahren erfunden worden.“”
“„Ja, das Schreiben und das Lesen” — poetisch war ich nie!“
“Lesen verschafft nicht nur Zugang zu Inhalten, es verbessert auch die Wahrnehmung von Gesichtern, Gebäuden und anderen Objekten. Das zeigt eine neue Studie, die das Gehirn von Analphabeten, Leseanfäng”
- form-of, nominative, pluralNominativ Plural des Substantivs Lese
- form-of, genitive, pluralGenitiv Plural des Substantivs Lese
- dative, form-of, pluralDativ Plural des Substantivs Lese
- accusative, form-of, pluralAkkusativ Plural des Substantivs Lese
Formenlese(present) · liest(present) · las(past) · läse(subjunctive-ii) · lies!(imperative, singular) · lest!(imperative, plural) · gelesen(participle-2, perfect) · haben(auxiliary, perfect) · lesen(active, infinitive, present) · gelesen haben(active, infinitive, perfect) · gelesen werden(processual-passive, infinitive, present) · gelesen worden sein(processual-passive, infinitive, perfect) · zu lesen(active, extended, infinitive) · gelesen zu haben(active, extended, infinitive) · gelesen zu werden(processual-passive, extended, infinitive) · gelesen worden zu sein(processual-passive, extended, infinitive) · lesend(participle, present, active) · gelesen(participle, perfect, passive) · zu lesender(participle, gerundive) · zu lesende …(participle, gerundive)